Is het duitse "Wirtschaftswunder" een nederlandse uitvinding ?

1951 Duitsland sluit z'n grenzen voor kauwgomimport.
Maple Leaf bouwt een fabriek in het duitse Wezel

MITTELAMERIKA, LIEFERT DEN CHICLESAFT DIE "SEELE" DES KAUGUMMIS


Es ist eine merkwürdige Geschichte mit diesem Kaugummi. Was mag wohl der Grund gewesen sein, dass dieses Produkt seit seiner Entdeckung sofort so einen festen Griff auf die Bevölkerung der Vereinigten Staaten bekommen hat? Dort hat die Kaugummiindustrie einen enormen Umfang, und der Gesamtumsatz der, amerikanischen Kaugummiindustrie beträgt ungefähr 250 Millionen Dollar pro Jahr. Mit diesem schwindelerregenden Betrag vor Augen wird uns deutlich, welch einen enormen "Gummiberg" das amerikanische Volk jährlich verkaut. Der Verbrauch scheint in letzter Zeit sogar noch zuzunchmen, denn die Spannungen unserer Zeit regen das Kauen an. Und diese Zunahme ist eigentlich zum Vorteil für die Verbraucher, da das Kaüen von Kaugummi eine gute Verdauung fördert und eine desinfizierende Wirkung auf die Zähne hat. Die Gelehrten befassen sich vielfach mit der wichtigen Frage, wie der Kaugummi den Zähnen bekomme. Ein Professor der Universitätsklinik für Mund-, Zahn- und Kiefer- krankheiten in Bonn äusserte sich zu diesem Punkt und stützte sich dabei auf, eine Reihe hochwissenschaftlicher Arbeiten über den Kaugummi: Es ist erwiesen, dass das Kauen von Kaugummi zu einer wesentlichem Funktionssteigerung der Speicheldrüsen führt. Die durchsebnittliche Spelchelmenge steigt in der ersten Stunde von 25 auf etwa 83 Kubikzentimeter an, um bei längerem Kauen nach. etwa acht Stunden auf 66 Kubikzentimeter abzusinken. Besonders wichtig ist, dass dabei die Anzahl der sogenannten Azidobakterien, die die Hauptschuld an schlechten Zähnen tragen sollen, sich nach einer Stunde Kauens um etwa 68 Prozent vermindert, wenn sie dann nach längerer Pause auch wieder ansteigt. Besonders wichtig ist der Einfluis des Kauens auf die Reaktion des Speichels. Nach einstündigem Lutschen eines Kaugummis hat der Speichel in sämtlichen Regionen der Mundhöhle ins Alkalische umgeschlagen. Mit Hilfe der sogenannten Wasserstoffionenkonzentration lässt sich das zahlenmässig genau verfolgen Es zeigte sich. dass der Interdentalspeichel, das ist der zwischen den Zähnen befindliche Spelchel, seinen alkalischen Wert noch lange nach dem'Kauen beibehält. Feststeht, dass das Kaugummilutschen der Zahnkaries, der Zahnfäule, entgegenwirkt. Man führt das auf die alkalisch gewordene Reaktion des Spechels im Raum zwischen den Zähnen zurück, wobei den Säurebakterien das Leben gerade dort besonders schwer gemacht wird, wo die ersten Löcher im Zahn aufzutreten pflegen. Dazu kommt, dass bei der "natürilchen" Selbstreinigung der Zähne eine nur ungenügende Säuberung aller sogenannten Retentionsstellen des Gebisses erfolgt, während beim Kauen von Kaugummi etwa nach fünfzehn. mit Sicherheit aber nach zwanzig Minuten eine restlose Säuberung von Zähnen und Zahnfleisch erreicht wird. Kaugummi ist eine ideale Zahnburste. Die Bedeutung des Speichels für den Zustand des Kauapparates wird immer mehr anerkannt. Es kommt nicht nur auf die chemische "Pufferung" und die Spüllwirkung des Spelchels an. Im Speichel befindet sich auch ein Antibiotikum, das Lysozym, das von. Fleming, dem Entdecker des Penicillins, entdeckt wurde. Lysozym ist auch in der Tränen- flüssigkeit vorhanden und spielt bei dembakteriologischen Schutz der zarten Hornhaut eine wichtige Rolle. Nach Kaugummikauen steigt der Lysozyrngehalt des Spelchels an. Wahrscheinlich enthält der Spelchel auch Hormone. Es sei hier nur an die interessanten Beziehungen zwischen Ohrspeicheldrüse (Parotis) und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) erinnert, weiter an Beziehungen zwischen Ohr- speicheldrüse und Keimdrüsen. Bei Mumps rückt Kaugummi durch Anregung der Speichelabsonderung in den Rang eines, Heilmittels auf. Alles in allem ist also das Kauen von Kaugummi eine gesunde Mode - "Kauen Sie Kaugummi !" ein hygienisch vertretbarer Rat. Zur Zeit, da diese Eigenschaft noch nicht bekannt war, hatte man aber bereits Liebe zu diesem Produkt gefasst, das seinen Ursprung in Mittelamerika hat. Denn der Kaugummi wurde nicht in den Vereinigten Staaten erfunden! Ein Indianerstamm in Mittelamerika, die Mayas, hatten schon seit langem die Gewohnheit, den konzentrierten 'Saft des "ACHRAS SAPOTA" zü kauen. Im Jahre 1866 wurde zuerst die Aufmerksamkeit der Nordamerikaner auf, diesem "Gummi" erregt. In diesem Jahr bot der mittelamerikanische General SANTA ANA dem Nordamerikaner Adams ein Stückchen dunkelfarbigen Gummi an, das sogenannte Chicle. Anscheinend hatte der General auch einen geschäftlichen Einschlag, denn er wollte die Anwendungsmöglichkelten dieses Naturproduktes mit Adams besprechen. Während dieses Gespräches brach er ein Stückchen von diesem Gummi ab und steekte es in den Mund. Anfangs beachtete Adams dieses nicht. Er hatte grobes Interesse für Gummi, aber er dachte hauptsächlich an die Verwendung in der Industrie. Versuche wiesen jedoch aus dass dieser Gummi nicht vulkanisiert werden konnte, und später erinnerte Adams sich auf einmal, dass der General SANTA ANA fortwährend an dem Gummi gekaut hatte. Warum sollte er nicht probieren, das amerikanische Volk zum Kauen anzuregen? Der Guimmi wurde erweicht und in kleinen Stückchen, mit einer Zückerschicht versehen, auf den Markt gebracht. Eine andere Firma, die Backpulver fabrizierte, entschloss sich, ein Stückchen Kaugummi als Zugabe mit Backpulver zu ver- packen, mit dem Erfolg, dass der Verbraucher das Backpulver hauptsächltch wegen der Zugabe kaufte. Dem Fabrikanten kam daher die idee, warum noch Backpulver fabrizieren, wenn es den leuten nur auf den Kaugummi ankommt ? Im Jahre 1871 wurde die erste Maschine, die noch mit der Hand bedient werden musste, aufgestellt, und 28 Jahre später entschloss sich eine Anzahl Fabrikanten, ein Kartell zu bilden; da man hierin einen grösseren Vorteil sah als in der gegenseitigen Konkurrenz. Während des ersten Weltkrieges waren es amerikanische Soldaten, die, nach den europäischen Fronten geschickt. ihren unentbehr- lichen "Chewing Gum" mitnahmen, und so lernte Europa diese neue Süssigkeit kennen. Aber man fand nicht viel Gefallen daran in unserem Kontinent. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, und wieder unter dem Einfluss der Amerikaner, bekam der Kaugummi festen Fuss in Europa. Lange Zelt hat man die Zusammensetzung des Kaugummis geheimhalten können, aber heute wird Kaugummi auch schon in Europa hergestellt. Wie Kaugummi gemacht wird, haben wir in der neuen und sehr modernen Fabrik von ML in Amsterdam, Holland, feststellen können. Wir sahen perfektionierte schwere KnetWalz und Schneidemaschinen, die am lau- fenden Band ML"Chewing Gum" (Kaugummi) und ML"Bubble Gum" (Ballonkaugummi) produzieren. Die Dragéeabteilung, wo zahlreithe rotiereride Dragierkessel den Kaugummi mit der Zuckerschicht versehen, oft in verschiedenen Farben, bietet ein interessantes Bild. Ebenso die grosse Verpackungsabteilung, wo Reihen von ingeniösen Verpackungsmaschinen die verschiedenen Artikel mit grosser Geschwindigkeit hygienisch verpacken. Hunderte von Menschen finden in dieser bedeutenden Fabrik ihre tägliche Arbeit und sorgen dafür, dass die ML-Produkte über die ganze Erde verbreitet werden. (75 Exportländer in Oesterreich: Generalvertretung und Alleinimport für Oesterreich: Hirsch, "Maple Leaf", Kaugummiimport, Wien. 1, Rotenturmstrasse Nr. 23, Telephon 63 15 33.) Der wichtigste und unerlässliche Bestandteil des Kaugummis ist; der Chicle, der die besondere Eigenschaft hat, bel Körpertemperatur weich zu werden. Die anderen bestandteile sind Puderzucker und Glukose sowie Fruchtöle. Es werden auch noch weitere besondere Grundstoffe hinzugefügt, die das Geheimnis der ML-Fabrik sind und die schliesslich zu den fertigen Kaugummiartikeln führen, wie wir sie kennen. Das Fabrikgeheimnis bei ML "Bubble Gum" (Ballonkaugummi) ist die Beimischung eines Naturproduktes, das beim Blasen der Ballons das Kleben des Kaugummis an den Lippen der Kinder verhindert, wodurch das unhygienische Berühren des Kaugummis mit den Fingern, gegenüber anderen Kaugummierzeug- nissen, überflüssig wird. Kaugummi ist gesund für die Zähne, weil nur klebender Zucker die Ursache von Zahnkrankheiten ist, während der Zucker im Kaugummi sich sehr schnell auflöst und nicht an den Zähnen kleben bleibt. Im Verhältnis zu anderen Süsswaren enthält Kaugummi viel weniger Zucker, und man kaut an einem Stück Kaugummi viel langer als z.B. einem Bonbon. Hierdurch behalten die kinder ihren Appetit. Ueber den Chiclebaum lässt sich noch allerhand erzählen. Der Chiclebaum, oder eigentlich richtig "ACHRAS SAPOTA" genannt, wird ausschliesslich in Mittelamerika angetroffen, vor allem auf der Halbinsel YUCATAN, aber auch in HONDURAS und GUATEMALA. Weil dieser Baum nur im Wilden, d. h. in dem heissen und feuchten Urwald, wächst, ist das Gewinnen der Gummimasse alles andere als eine angenehme Arbeit. Die. "Chicleros", bewaffnet mit der "MACHETE" (ein Kappmesser mit gebogener klinge), suchen den Urwald ab. Sie müssen sich mit der "MACHETE" einen Weg bahnen und soviel wie einen sechsten Sinn besitzen, um die begehrte "ACHRAS SAPOTA" zu finden. Mitten im Dschungel gibt es primitive Hütten, wo die Vertreter der "Einkaufs- zentralen" zu finden sind. Diese Hütten sind die Stützpunkte der "Chicleros", die auf Wochen, oft Monate im Dschungel verbleiben müssen. Jeden Tag dringen sie ein Stück welter vorwärts in den schreeklichen, heissen Urwald, hinein, geplagt von Millionen von Insekten, tagsüber, wenn sie die Gummibäume abzapfen, und nachts. wenn sie ihren erschöpften Körper unter einern Dach von Lianen und Blättern ausstrecken. Dieses Dach muss sie und ihren Mundvorrat gegen Regen schützen, denn die Zeit, während der Chicle abgezapft werden muss, fällt gerade in die Regenperiode. Nur zwischen Juni und September liefern die Bäume einen reichlichen Latexstrom. Oft baben die "Chicleros" Glück, wenn sie eine grosse, Anzahl Bäume beieinander antreffen, oft jedoch finden sie nur nach mühsamer Arbeit einen einzigen Baum. Im Urwald selbst finden die ersten Bearbeitungen statt. Die Latexmilch wird mit Wasser unter fortwährendem Rühren gekocht, dann in Formen gegossen und sodann in die bewohnte Welt geschickt. Es ist zu begreifen. dass die grossen Fabriken mit ihrem riesigen Bedarf sich Sorgen über, die Chiclegewinnung machen. Man treibt ja schliesslich eine Art Raubbau, und hierdurch kann die Chicleproduktion in Gefahr geraten. Das ist dann auch der Grund, dass man bereits Vorbereitungen triftt, den "SAPODILLA" Plantagenmässig anzubauen. Ob dies zum Erfolg. führen wird, weiss man noch nicht, denn schliesslich ist über den Baum - der Lieferant des Chicle - noch sehr wenig bekannt.

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(bron: krant Samstag dd 14-12-1957)